Prompt-Hijacking ist eine Angriffstechnik, bei der ein Angreifer die Kontrolle über einen KI-Agenten übernimmt, indem er fremde Anweisungen in Inhalte einschleust, die der Agent verarbeitet. Das Modell führt dann den Auftrag des Angreifers aus, statt des ursprünglichen Nutzerauftrags.

Wie funktioniert Prompt-Hijacking?

Der Angriff nutzt aus, dass große Sprachmodelle Anweisungen und Daten nicht sicher trennen können. Typische Einfallstore sind präparierte Webseiten, E-Mails, Dokumente oder Tool-Ausgaben. Ein E-Mail-Assistent etwa liest eine manipulierte Nachricht, die den Befehl enthält, Kontaktdaten an eine fremde Adresse zu senden - der Agent gehorcht, weil er die Anweisung im Datenstrom nicht von einem legitimen Auftrag unterscheiden kann. Bei agentischen Systemen spricht man auch von Tool-Output-Hijacking, wenn die Übernahme über manipulierte Ergebnisse von Werkzeug-Aufrufen erfolgt.

Abgrenzung zur Prompt-Injection

Die Prompt-Injection ist der Oberbegriff für das Einschleusen unerwünschter Anweisungen. Prompt-Hijacking bezeichnet die konkrete Übernahme der Steuerung - oft mit längerfristiger Wirkung: Der Agent bleibt unter fremder Kontrolle, bis der Angriff erkannt wird. Eine besonders tückische Form ist die indirekte Prompt-Injection über externe Datenquellen wie Webseiten oder RAG-Dokumente.

Gegenmaßnahmen

  • Tool-Berechtigungen nach dem Least-Privilege-Prinzip vergeben
  • Kritische Aktionen wie Geldtransfers oder Datenexporte menschlich freigeben
  • Eingabe- und Ausgabefilter als Guardrails einsetzen
  • Klare Prompt-Sicherheit als Teil des Systemdesigns etablieren

Verwandte Grundlagen: Prompt-Injection, Adversarial Prompting, Adversarial Suffix, Prompt-Sicherheit.