OpenTofu ist ein quelloffener Fork von Terraform, der seit 2023 unter dem Dach der Linux Foundation weiterentwickelt wird. Er entstand, nachdem HashiCorp Terraform im August 2023 von der offenen Mozilla Public License (MPL 2.0) auf die quellenverfügbare Business Source License (BUSL 1.1) umgestellt hatte. Eine Gruppe von Unternehmen – darunter Gruntwork, Spacelift, Harness, Env0 und Scalr – kündigte daraufhin den Fork OpenTF an, der im September 2023 von der Linux Foundation als Projekt aufgenommen wurde und seitdem den Namen OpenTofu trägt.

Was OpenTofu bietet

OpenTofu setzt die deklarative Arbeitsweise von Terraform fort: Man beschreibt den gewünschten Zustand der Infrastruktur in der Konfigurationssprache HCL, plant die Änderungen mit tofu plan und wendet sie mit tofu apply an. Der Workflow mit State-Datei, Providern und Modulen bleibt erhalten – das unterscheidet OpenTofu von Konfigurationsmanagement-Werkzeugen wie Ansible, die Software auf bestehenden Systemen in den Zielzustand bringen, statt Infrastruktur anzulegen.

Provider für die großen Cloud-Plattformen – AWS, Azure, Google Cloud – und für Kubernetes funktionieren weitgehend unverändert, da OpenTofu zur Kompatibilität mit dem Terraform-Ökosystem entwickelt wird. Die eigene Registry unter opentofu.org stellt Module und Provider bereit. Die erste stabile Version mit eigenen Neuerungen, OpenTofu 1.6.0, erschien im Januar 2024; im Sommer 2026 ist die 1.12er-Reihe aktuell.

Lizenz und Governance als Kernunterschied

Der entscheidende Unterschied zu Terraform ist die Lizenz: OpenTofu bleibt unter MPL 2.0 quelloffen und wird von der Community beziehungsweise der OpenTofu Foundation gesteuert, Terraform gehört weiterhin HashiCorp und steht unter BUSL. Für Unternehmen, die eine vollständig quelloffene Infrastructure-as-Code-Kette bevorzugen, ist OpenTofu daher die Standardwahl; die Migration von Terraform-Konfigurationen ist in der Regel unkompliziert, sollte aber pro Projekt getestet werden.

Ergänzend gilt: Was auf den mit OpenTofu provisionierten Systemen passiert, wird klassisch überwacht – moderne Observability mit OpenTelemetry und Prometheus liefert dazu die Telemetriedaten, während OpenTofu selbst für die Bereitstellung im Cloud Computing zuständig ist.