NTFS (New Technology File System) ist das proprietäre Standard-Dateisystem von Microsoft für alle Betriebssysteme der Windows-NT-Reihe seit 1993. Es löste das veraltete FAT ab und bringt Sicherheit, Journaling und große Datenträger in das Windows-Ökosystem.

Entstehung

NTFS wurde Anfang der 1990er-Jahre für Windows NT entwickelt, um die Beschränkungen des FAT-Dateisystems zu überwinden — vor allem fehlende Zugriffsrechte, fehlendes Journaling und die 4-GiB-Dateigrenze von FAT32. Bis heute ist NTFS das Standard-Dateisystem für interne Windows-Laufwerke.

Wichtige Merkmale

  • Journaling: Das USN-Journal protokolliert Änderungen; nach Abstürzen lässt sich NTFS konsistent wiederherstellen.
  • Zugriffskontrolllisten (ACLs): Feingranulare Berechtigungen für Dateien und Ordner, Grundlage des Windows-Rechtemodells.
  • Verschlüsselung (EFS): Die Encrypting File System genannte Komponente verschlüsselt Dateien transparent für einzelne Benutzer.
  • Kompression und Quotas: Transparente Datei- und Ordnerkompression sowie Datenträgerkontingente pro Benutzer.
  • Master File Table (MFT): Die zentrale Verwaltungsstruktur speichert Metadaten aller Dateien; sehr kleine Dateien passen direkt in die MFT.
  • Alternative Datenströme (ADS): Zusätzliche benannte Datenströme pro Datei (z. B. für Metadaten oder Downloads-Herkunft).
  • Große Kapazitäten: Maximale Datei- und Volume-Größe theoretisch je 16 Exbibyte (EiB).

NTFS im Alltag

NTFS begegnet einem nicht nur unter Windows: Wechseldatenträger für den Austausch mit Windows-Rechnern werden häufig mit NTFS formatiert. Unter Linux ermöglicht der Treiber ntfs-3g (bzw. das Kernel-Modul ntfs3) das Lesen und Schreiben von NTFS-Laufwerken.

# NTFS-Laufwerk unter Linux einhängen
mount -t ntfs3 /dev/sdb1 /mnt/usb

Für neue Einsatzzwecke (Server, Backup-Ziele) setzt Microsoft inzwischen auf das modernere ReFS, doch NTFS bleibt der Allzweck-Standard für Windows-Client-Systeme.

Verwandte Grundlagen: Dateisysteme erklärt, ext4, ZFS, Mount.