NRZ-L (englisch Non-Return-to-Zero Level, deutsch „Rückkehr-zu-Null-Level“) ist die einfachste Form der Leitungscodierung: Der Signalpegel bleibt über die gesamte Bitdauer konstant und entspricht direkt dem logischen Wert. Eine logische 1 wird als hoher Pegel übertragen, eine logische 0 als niedriger Pegel (oder umgekehrt, je nach Festlegung).

So funktioniert NRZ-L

Der Name „Non-Return-to-Zero“ bedeutet: Anders als beim RZ-Code kehrt das Signal innerhalb der Bitdauer nicht auf den Nullpegel zurück. Der Sender legt für jedes Bit genau einen Pegel an und hält ihn, bis das nächste Bit beginnt. Dadurch ist NRZ-L schaltungstechnisch sehr einfach umsetzbar und benötigt nur wenig Bandbreite — es kommt pro Bit höchstens zu einem Pegelwechsel.

Vorteile und Nachteile

  • Vorteile: minimaler Aufwand in der Schaltungstechnik, geringe Grundfrequenz, keine zusätzliche Taktsignalleitung nötig.
  • Nachteil — nicht selbsttaktend: Bei längeren Folgen gleicher Bits (z. B. viele Nullen) bleibt der Pegel unverändert, der Empfänger kann den Takt nicht direkt aus dem Signal zurückgewinnen. Er benötigt eine PLL oder eine separate Taktsynchronisation; zudem entsteht ein Gleichanteil, der Übertrager im Signalweg sättigen kann.

Einsatzgebiete

NRZ-L kommt vor allem bei einfachen, kurzen Verbindungen zum Einsatz: bei der seriellen Schnittstelle RS-232, älteren seriellen Bussen und bei der Aufzeichnung auf Magnetband. In modernen Netzen wird stattdessen meist auf selbsttaktende oder blockcodierte Verfahren gesetzt, etwa Manchester-Code, 4B5B oder 8B/10B.

Abgrenzung zu verwandten Codes

  • NRZI (Non-Return-to-Zero Inverted): Hier wird bei einer logischen 1 der Pegel gewechselt, bei einer 0 bleibt er stehen — die Umkehrung des NRZ-L-Prinzips.
  • RZ-Code: Der Impuls kehrt nach der halben Bitdauer auf Null zurück, dadurch selbsttaktend, aber bandbreitenintensiver.
  • AMI: Bipolare Codierung mit alternierender Polarität, vermeidet den Gleichanteil.

Verwandte Grundlagen: NRZ-Codierung, Leitungscodierung, Taktrückgewinnung.