Nachrichtenvermittlung (englisch message switching) ist eine Vermittlungstechnik, bei der eine Nachricht als Ganzes von Knoten zu Knoten weitergereicht wird. Jeder Vermittlungsknoten speichert die komplette Nachricht zwischen und leitet sie erst dann weiter, wenn die nächste Übertragungsstrecke frei ist — das sogenannte Store-and-Forward-Verfahren (Speichern und Weiterleiten).

Wie funktioniert Nachrichtenvermittlung?

Anders als bei der Paketvermittlung wird die Nachricht nicht in kleine Einheiten zerlegt, sondern bleibt ein zusammenhängender Block. Ein Knoten nimmt die Nachricht vollständig entgegen, speichert sie zwischen (zum Beispiel auf Festplatte) und sendet sie an den nächsten Knoten weiter, sobald die Leitung frei ist. So können Netze mit zeitweise belegten Strecken dennoch zuverlässig Nachrichten transportieren.

Historische Bedeutung

Die Nachrichtenvermittlung hat ihre Wurzeln in der Telegrafie des 19. Jahrhunderts: Telegrafenämter nahmen Telegramme entgegen, schrieben sie auf und gaben sie auf der nächsten Strecke weiter. Auch frühe Computernetze wie UUCP (Unix-to-Unix Copy) arbeiteten nach diesem Prinzip — E-Mails und News wurden von Rechner zu Rechner zwischengespeichert und weitergeleitet. Die Nachrichtenvermittlung gilt damit als Vorläufer der Paketvermittlung, die Ende der 1960er-Jahre die effizientere Zerlegung in Pakete einführte.

Vorteile und Nachteile

  • Kein Verbindungsaufbau nötig: Sender und Empfänger müssen nicht gleichzeitig verfügbar sein
  • Robust gegen Streckenbelegung: Knoten puffern Nachrichten, bis die Leitung frei ist
  • Nachteil: große Zwischenspeicher erforderlich (ganze Nachrichten statt kleiner Pakete)
  • Nachteil: hohe Verzögerung, ungeeignet für interaktive oder Echtzeit-Kommunikation

Für Sprache und interaktive Anwendungen ist die Verzögerung nicht akzeptabel; dort dominieren Leitungsvermittlung (Telefon) und Paketvermittlung (Internet).

Verwandte Grundlagen

Die Nachrichtenvermittlung ordnet sich wie die anderen Vermittlungstechniken in das OSI-Modell ein. In heutigen Netzen begegnet man dem Store-and-Forward-Prinzip vor allem in der Paketvermittlung wieder, bei der jeder Router Pakete zwischenpuffert, sowie bei der asynchronen E-Mail-Zustellung über mehrere Server.