Die MLT-3-Codierung (englisch Multi-Level Transmit 3) ist ein Leitungscode, der drei Spannungspegel (−1 V, 0 V, +1 V) verwendet. Sie kommt in 100BASE-TX (Fast Ethernet) zum Einsatz, um die Grundfrequenz des Signals so weit zu senken, dass es die EMV-Grenzwerte für Kupferkabel einhält.

Wie MLT-3 funktioniert

MLT-3 durchläuft beim Senden einer logischen 1 einen festen Zyklus aus vier Zuständen: 0 → +1 → 0 → −1 → 0. Bei einer logischen 0 bleibt der Pegel unverändert. Dadurch ist die maximale Grundfrequenz des Signals nur ein Viertel der Baudrate – bei 125 MBaud also 31,25 MHz statt 62,5 MHz wie bei einem einfachen Zwei-Pegel-Code mit Pegelwechsel je Bit.

Eigenschaften

  • Bandbreiteneffizienz: Die niedrigere Grundfrequenz erlaubt den Betrieb auf Cat-5-Kabeln ohne Verletzung der EMV-Vorschriften (FCC/EN 55022).
  • Nicht selbsttaktend: Lange Folgen von Nullen erzeugen keinen Pegelwechsel – deshalb wird MLT-3 nie allein, sondern immer mit der 4B5B-Codierung als Vorstufe verwendet, die die Nullenfolgen begrenzt.
  • Kein Gleichspannungsanteil: Der symmetrische Zyklus hält den Mittelwert des Signals bei null, was Übertrager (Ethernet-Transformatoren) nicht sättigt.
  • Abgrenzung: Anders als NRZ nutzt MLT-3 drei statt zwei Pegel; anders als Manchester erzwingt es keinen Wechsel je Bit.

Wo MLT-3 verwendet wird

MLT-3 findet sich in 100BASE-TX (Fast Ethernet über zwei Twisted-Pair-Adernpaare), wo die Kette 4B5B → NRZI → MLT-3 arbeitet. Höhere Ethernet-Stufen verwenden stattdessen PAM-Codierung (PAM-5 bei 1000BASE-T) oder den Blockcode 8B/10B (Gigabit Ethernet).

Verwandte Grundlagen: Taktrückgewinnung.