Die Load Average (deutsch: durchschnittliche Systemlast) ist eine Kennzahl aus Unix- und Linux-Systemen, die angibt, wie viele Prozesse im Durchschnitt gerade rechenbereit sind beziehungsweise auf den Prozessor warten. Sie erscheint im Befehl uptime und in vielen Monitoring-Werkzeugen.

Drei Zahlen, drei Zeiträume

Die Load Average wird immer als drei Zahlen angegeben — für die letzten 1, 5 und 15 Minuten:

load average: 1.25, 0.87, 0.62

Der Vergleich der drei Werte zeigt den Trend: Steigt die Kurve (1 Minute höher als 15 Minuten), nimmt die Last gerade zu. Fällt sie, entspannt sich das System. Für die Einschätzung ist der 15-Minuten-Wert am aussagekräftigsten, kurze Lastspitzen im 1-Minuten-Wert sind oft harmlos.

Was bedeuten die Werte?

Entscheidend ist die Anzahl der CPU-Kerne: Ein Wert von 1,0 bedeutet auf einem Ein-Kern-System volle Auslastung, auf einem Acht-Kern-System aber nur 12,5 Prozent. Faustregeln:

  • Load unter der Kernzahl: Das System hat Reserven.
  • Load um die Kernzahl: Das System ist gut ausgelastet.
  • Load dauerhaft deutlich über der Kernzahl: Prozesse stauen sich in der Warteschlange — das System ist überlastet.

Ein Wert von 8 auf einem Server mit 8 Kernen heißt also volle Auslastung, kein Alarmsignal. Moderne CPUs mit Hyper-Threading und I/O-Wartezeiten (zum Beispiel langsame Festplatten) können die Aussage verzerren — die Load zählt auch Prozesse, die auf Ein-/Ausgabe warten.

Abgrenzung

Die Load Average beschreibt die Auslastung des Systems als Ganzes. Ein Load Balancer ist dagegen ein Gerät oder Dienst, der Anfragen auf mehrere Server verteilt — der ähnliche Name bezeichnet also etwas ganz anderes. Eng verwandt mit der Load Average sind Uptime (Laufzeit) und der Kernel, der die Prozessverwaltung übernimmt.

Verwandte Begriffe: Uptime, Prozess, Monitoring.