Kanban ist eine Methode zur Steuerung kontinuierlicher Arbeit. Sie stammt aus dem Toyota-Produktionssystem der 1940er-Jahre – „Kanban" bedeutet auf Japanisch so viel wie „Signalkarte". In der Softwareentwicklung und im IT-Betrieb etablierte sie David J. Anderson ab Mitte der 2000er-Jahre. Kanban ist eine Alternative zu fest getakteten Frameworks wie Scrum und eignet sich besonders für Teams mit ständig eingehenden Aufgaben wie Support, Betrieb oder Wartung.

Die Prinzipien

  • Arbeit visualisieren: Ein Kanban-Board mit Spalten wie „Offen", „In Arbeit" und „Fertig" macht den Workflow für alle sichtbar.
  • Work in Progress begrenzen (WIP-Limit): Pro Spalte darf nur eine begrenzte Zahl von Aufgaben gleichzeitig bearbeitet werden. So bleiben Engpässe sofort sichtbar.
  • Flow steuern: Ziel ist ein gleichmäßiger Durchlauf von der Anforderung bis zur Fertigstellung.
  • Prozessregeln explizit machen: Wann Arbeit abschließt, gilt als Definition of Done.
  • Gemeinsam verbessern (Kaizen): Das Team optimiert den Prozess kontinuierlich.

Pull-Prinzip statt Push

Anders als klassische Planung folgt Kanban dem Pull-Prinzip: Neue Arbeit wird erst begonnen, wenn Kapazität frei ist. So entstehen keine halbfertigen Aufgabenberge, und die Durchlaufzeit sinkt. Jede Karte auf dem Board bleibt bis zur Abnahme an einer Station.

Kanban vs. Scrum

Der wichtigste Unterschied: Scrum arbeitet in festen Sprints mit Rollen und Zeitfenstern, Kanban lässt Änderungen jederzeit zu und verändert die bestehende Arbeitsweise weniger invasiv. Kanban kann bestehende Prozesse ergänzen, ohne das Team neu zu organisieren – daher ist es ein beliebter Einstieg in agile Arbeitsweisen. Auch die Kombination beider Ansätze („Scrumban") ist verbreitet. In agilen Teams unterstützen Kanban-Boards außerdem die Zusammenarbeit mit CI/CD-Pipelines und automatisiertem Testing.