IS-95 (TIA/EIA-95), unter dem Markennamen cdmaOne vermarktet, ist der erste kommerzielle Mobilfunkstandard auf Basis von CDMA (Code Division Multiple Access). Er wurde maßgeblich von Qualcomm entwickelt, 1993 standardisiert und ab 1995/1996 in Nordamerika, Südkorea und Asien ausgerollt — als digitale 2G-Alternative zu GSM (TDMA-basiert) und D-AMPS.

So funktioniert IS-95

IS-95 arbeitet auf 1,25 MHz breiten Kanälen mit einer Chiprate von 1,2288 Mcps. Alle Teilnehmer einer Zelle senden gleichzeitig auf derselben Frequenz; in der Abwärtsrichtung (Basisstation zum Handy) trennt eine Menge von 64 orthogonalen Walsh-Codes die Nutzer, zusätzlich verschlüsseln PN-Sequenzen das Signal. Die Sprachdatenrate liegt bei 9,6 kbit/s (Rate Set 1) bzw. 14,4 kbit/s (Rate Set 2); ein variabler Vocoder passt die Rate an die Sprachaktivität an.

Typische CDMA-Mechanismen wie schnelle Leistungsregelung (gegen das Near-Far-Problem), Soft Handover beim Zellenwechsel und universelle Frequenzwiederverwendung (Faktor 1) machten IS-95 im Vergleich zu GSM kapazitätsstark. Die Frequenzbänder liegen im 800-MHz-Zellularbereich und im 1900-MHz-PCS-Bereich (Nordamerika).

Versionen und Nachfolge

  • IS-95A (1995): erste breit ausgebaute Version mit den Basis-Datenraten.
  • IS-95B (1998): bündelt mehrere Codekanäle und erreicht bis 64 kbit/s — eine 2,5G-artige Zwischenstufe für erste Datenanwendungen.

Der direkte Nachfolger ist CDMA2000 1xRTT, der dieselbe 1,25-MHz-Kanalbreite nutzt und damit abwärtskompatibel bleibt. In Europa spielte IS-95 keine Rolle — dort dominierte GSM, und die 3G-Zukunft gehörte UMTS mit W-CDMA.

Verwandte Grundlagen: CDMA · CDMA2000 · W-CDMA · TDMA · FDMA · Mobilfunk.