Ein IP-Tunnel verpackt Datenpakete eines Netzwerks in Pakete eines anderen Netzwerks, um sie durch fremde oder ungeeignete Zwischennetze zu transportieren. Die ursprünglichen Pakete bleiben dabei vollständig erhalten und werden am Ziel wieder ausgepackt.

Wie ein Tunnel funktioniert

Beim Eintritt in den Tunnel wird das komplette Originalpaket — inklusive Header — als Nutzlast in ein neues Paket eingebettet. Dieses Kapselungsverfahren erlaubt es, IP-Adressen und Protokolle zu übertragen, die das Zwischennetz eigentlich nicht unterstützt. Ein typisches Beispiel ist IPv6-Verkehr über ein IPv4-Netz.

Originalpaket --> [neuer Header | Originalpaket] --> Zielnetz

Tunnel-Arten

  • VPN-Tunnel: verbinden entfernte Standorte sicher über das Internet, meist mit Verschlüsselung — Grundlage für VPN.
  • GRE-Tunnel: kapseln beliebige Protokolle ohne Verschlüsselung und eignen sich für Routing-Szenarien zwischen Routern.
  • VXLAN: tunnelt Ethernet-Frames über UDP und skaliert so virtuelle Netze in Rechenzentren.
  • IPsec-Tunnel: sichern IP-Pakete zwischen zwei Gateways.

Einsatzgebiete

Tunnel kommen überall dort zum Einsatz, wo Netze getrennt oder überbrückt werden müssen: beim Aufbau geschützter Standortverbindungen, beim verteilten Routing zwischen Netzen mit Routern und bei der Übertragung von Ethernet-Frames über Nicht-Ethernet-Infrastruktur. Wer den Adressraum im eigenen Netz strukturieren will, findet in Subnetz und CIDR die passenden Grundlagen.