Classic McEliece ist ein code-basiertes Schlüsseleinigungssystem (KEM) für die Post-Quanten-Kryptografie. Es stammt direkt vom McEliece-Kryptosystem ab, das Robert J. McEliece 1978 veröffentlichte – damit ruht es auf der ältesten Public-Key-Konstruktion, die bis heute als sicher gilt.
So funktioniert es
Die Sicherheit von Classic McEliece beruht darauf, dass das Decodieren allgemeiner linearer fehlerkorrigierender Codes schwer ist. Der öffentliche Schlüssel ist eine „versteckte" Variante eines binären Goppa-Codes: Der geheime Schlüssel kennt die Struktur und kann Fehler korrigieren, ein Angreifer sieht nur eine zufällig wirkende Matrix. Der beste bekannte Angriff ist Information-Set-Decoding – auch nach über 45 Jahren Kryptoanalyse gibt es keinen effizienten Bruch.
Eigenschaften
- Sehr große öffentliche Schlüssel: bei den empfohlenen Hochsicherheits-Parametern (m=13, t=119, n=6960) rund 1 MB – der größte Nachteil für praktische Anwendungen.
- Sehr kleine Chiffretexte und schnelle Ver- und Entschlüsselung.
- Konservativ: die Annahme (Decodierbarkeit von Goppa-Codes) wurde seit 1978 durchgehend untersucht und gilt als eine der stärksten im gesamten PQC-Katalog.
Status bei NIST
Classic McEliece war im Post-Quanten-Wettbewerb des NIST einer der Round-4-KEM-Kandidaten (zusammen mit BIKE und HQC) – bewusst als „Nicht-Gitter- Diversifikation", falls gitterbasierte Verfahren je fallen sollten. Im März 2025 wählte das NIST mit HQC ein code-basiertes Backup-KEM; Classic McEliece selbst wurde nicht standardisiert, bleibt aber ein aktiver Kandidat. Die riesigen Schlüssel begrenzen den Einsatz vor allem auf Szenarien wie langfristige Archivierung oder Signatur-Anwendungen, bei denen ein Schlüssel oft wiederverwendet wird.
Verwandte Grundlagen: Asymmetrische Verschlüsselung, Gitterkryptographie, Quantencomputer, HQC, NTRU, Hybrid-Kryptographie.