Brotli ist ein verlustfreies Kompressionsverfahren, das Google-Ingenieure um Jyrki Alakuijala und Zoltán Szabadka entwickelten. Die erste Version stammt aus dem Jahr 2013, veröffentlicht als Open Source wurde Brotli im September 2015; seit Juli 2016 ist das Format als RFC 7932 standardisiert. Brotli wurde gezielt für Web-Inhalte entworfen und komprimiert HTML, CSS und JavaScript oft deutlich besser als gzip.

Was macht Brotli besonders?

  • Statisches Wörterbuch: Eine eingebaute Liste häufiger Web-Textfragmente (rund 120 KB) erlaubt sehr kurze Verweise auf typische HTML- und JavaScript-Schnipsel.
  • Kontextmodellierung: Eine zweite Ordnung des Kontexts verbessert die Vorhersage, welche Bytes als Nächstes kommen – dadurch steigt die Kompressionsrate.
  • Großes Fenster: Bis zu 16 MB statt der 32 KB von DEFLATE erlauben mehr Wiederverwendung weiter zurückliegender Daten.

Einsatzgebiete

Brotli wird vor allem als HTTP-Inhaltskodierung (Content-Encoding: br) von Browsern und Webservern genutzt und steckt außerdem im Schriftformat WOFF2. Bei gleichem Aufwand liefert es oft kleinere Ergebnisse als gzip, erreicht aber nicht die Dekompressionsgeschwindigkeit von Zstandard oder gar LZ4 – dieses optimiert stärker auf Tempo, während Brotli die Kompressionsrate in den Vordergrund stellt.

Verwandte Grundlagen: Verlustfreie Kompression, Huffman-Code, Datenkompression.